Hennes & Mauritz

Geschäftsleitung des Saales verwiesen!

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Geschäftsleitung des Saales verwiesen!

Betriebsräteversammlung in Hannover

Anlässlich der jährlichen Betriebsräteversammlung von H&M trafen sich mehr als 250 Betriebsräte aus ganz Deutschland zum Gespräch mit der Geschäftsleitung. Dabei kritisierten die Betriebsräte vor allem den Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und Arbeitnehmervertretungen.

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H&M ist weiterhin Vorreiter prekärer Arbeitsverhältnisse. Aktive Betriebsräte sind dadurch bei ihrer Arbeit mit heftigen Angriffen konfrontiert, welche insbesondere eine Missachtung der demokratischen Mitbestimmungskultur als auch das Vorgehen gegen einzelne Betriebsräte betreffen.

Aufgrund der andauernden Verweigerungshaltung der Geschäftsleitung, die realen Probleme der Beschäftigten zu lösen, beendeten die Interessenvertretungen das Gespräch vorzeitig und verwiesen die Mitglieder der Geschäftsleitung des Saales.

Zum Abschied forderten die Betriebsräte erneut von der Geschäftsleitung die Rücknahme der Kündigungsbegehren gegen den Betriebsratsvorsitzenden Cosimo-Damiano Quinto der Filiale in Trier. Dieser setzt sich seit Jahren als Beisitzer in Einigungsstellen bei H&M für die Interessen der Beschäftigten ein und soll deshalb aus dem Unternehmen entfernt werden. 

Keine konstruktive Zusammenarbeit möglich
"Leider reagiert die Geschäftsleitung auf Kritik, Anregungen und konkrete Vorschläge für eine sozialere Unternehmenskultur häufig mit Vermeidungsstrategien: Es wird ausgesessen, hingehalten, verzögert, verharmlost, abgebügelt, desinformiert – so dass eine echte weiterführende Auseinandersetzung nicht stattfindet. Verbesserungen müssen daher oft auf dem Rechtswege erstritten werden – eine konstruktive Zusammenarbeit sieht anders aus", so Andrea Schlomm, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von H&M.

Im Kern fordern die Betriebsräte erhebliche Veränderungen in der Personalpolitik und im Gesundheitsschutz. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Kettenbefristungen müssen abgeschafft werden. Eine Mindestbesetzung in den Filialen muss gewährleistet werden, um dem steigenden Arbeitsdruck der Beschäftigten zu begegnen. Maßnahmen, die der Gesunderhaltung und der Sicherheit der Mitarbeiter_innen dienen, müssen sofort umgesetzt werden.

Protestmarsch für fairen Umgang mit IV und Beschäftigten
Aber nicht nur die Arbeitsbedingungen in Deutschland stehen im Fokus der Betriebsräte. Aus der laufenden Versammlung heraus rief die Gewerkschaft ver.di am 05.11.2014 zu einem Protestmarsch auf, dem die Betriebsräte der Firmen H&M, Zara und Primark mit circa 350 Teilnehmenden folgten.

Hierbei forderten die Betriebsräte lautstark einen fairen und respektvollen Umgang der Unternehmen mit ihren Mitarbeitervertretungen sowie massive Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern.

"Den Milliardengewinnen der Modeketten stehen grausame Arbeitsbedingungen und ungerechte Löhne in Textilfabriken in Bangladesch, Sri Lanka oder Indien gegenüber. Es ist Zeit, dass die Unternehmen sich ihrer Verantwortung stellen!" erklärten die Vorsitzenden der Gesamtbetriebsräte bei H&M und Primark gemeinsam.