Hennes & Mauritz

Damiano Quinto gibt nicht auf

Hennes&Mauritz

Damiano Quinto gibt nicht auf

Seit Ende 2012 versuchen die Verantwortlichen des schwedischen Modekonzerns Hennes & Mauritz (H&M) den Betriebsratsvorsitzenden Damiano Quinto los zu werden. Er ist ihnen zu aktiv und setzt sich nicht nur in Trier, sondern auch als Beisitzer bei Einigungsstellen anderer Filialen erfolgreich für die Beschäftigten ein. H&M wird das zu viel und kündigt ihm. Nach drei Jahren zermürbenden Rechtsstreits durch drei Instanzen gewinnt Damiano am 13. Mai vor dem Bundesarbeitsgericht.

H&M Betriebsrat Damiano Quinto Screenshot ver.di TV H&M Betriebsrat Damiano Quinto

Damiano Quinto arbeitet seit 14 Jahren beim Modekonzern Hennes&Mauritz (H&M) in Trier. Er ist Betriebsrat, wird bald dessen Vorsitzender. Er übernimmt Verantwortung im europäischen H&M-Betriebsrat. Setzt sich für die Beschäftigten ein, wieder und wieder. H&M verlangt tarifvertragswidrig total flexible Arbeitnehmer, die auf Abruf sofort in den Betrieb eilen. Dies möchte Damiano Quinto nicht akzeptieren. Gemeinsam mit ver.di setzt er sich unermüdlich für ein Arbeitszeitmodell entsprechend den tariflichen Möglichkeiten ein.

Doch nicht nur im eigenen Betrieb vertritt er die Interessen der Beschäftigten, er engagiert sich darüber hinaus als Beisitzer in Einigungsstellen anderer H&M-Filialen. Diese Tätigkeit nutzte die Geschäftsleitung als Vorwand, Damiano Quinto wenige Tage vor Weihnachten 2012 zu kündigen. Der Betriebsrat verweigert seine Zustimmung zum Kündigungsbegehren der Geschäftsleitung. Wie schon im Fall der entlassenen Betriebsratsvorsitzenden Ayse zeigt sich der Konzern kompromisslos gegen Beschäftigte, die sich für die Kolleginnen und Kollegen einsetzen. ver.di startet eine Unterstützungsaktion, sammelt 7.000 Unterschriften gegen die Kündigung. H&M zieht vor das Arbeitsgericht, das 2013 und 2014 in zwei Instanzen gegen Damiano entscheidet.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann siegst du.“

Damiano Quinto zitiert Ghandi (11.05.15 via Facebook)

Am 13.05.2015 gewinnt der unbeugsame Betriebsrat den Fall am Bundesarbeitsgericht. Es ging schon lange nicht mehr nur um Damiano, sondern um die Grundlagen von Betriebsratsarbeit. Sollte eine Geschäftsführung die Betriebsratsarbeit durch das ausgesprochene Verbot einer Nebenbeschäftigung verbieten können, wäre das ein Schlag ins Gesicht von aktiven Interessenvertretungen gewesen.

Weiterführende Informationen:

ver.di TV mit einem Portrait von Damiano Quinto vom Juni 2013

Bericht von der jährlichen Betriebsräteversammlung von H&M

Ein ausführliches Dossier mit diesen und vielen weiteren Informationen findet sich auf LabourNet