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Neue Streikwelle bei Amazon

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Neue Streikwelle bei Amazon

ver.di ruft Beschäftigte bei Amazon erneut zum Streik auf

Der Kampf der Amazon-Beschäftigten für einen Tarifvertrag geht in eine neue Runde: Seit dieser Woche werden erneut mehrere Standorte bestreikt. Am Mittwoch kamen 1.500 Streikende zu einer zentralen Kundgebung bei Amazon in Bad Hersfeld zusammen.

Nachdem bereits am vergangenen Montag die Standorte Rheinberg und Werne (NRW), Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen) und Graben (Bayern) mit dem Ausstand begannen, hatten am Mittwoch auch die Beschäftigten des DVD-Verleihers und Video-Streaming-Dienstes Amazon Prime Instant Video Germany GmbH (ehemals Lovefilm Deutschland GmbH) in Elmshorn (Schleswig-Holstein) erneut die Arbeit niedergelegt.

„Auch die Beschäftigten von Amazon Prime Instant Video gehen mutig in den Streik, um ihr Recht auf einen Tarifvertrag einzufordern. Amazon kann sicher sein, dass der Druck der Beschäftigten für existenzsichernde, gute Arbeitsbedingungen nicht nachlassen wird“, so Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di.

„Das Unternehmen muss endlich aufhören, die Rechte seiner Beschäftigten mit Füßen zu treten!“

Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

„Die Beschäftigten lassen in ihrem Druck für einen Tarifvertrag nicht nach. Das ist bewundernswert und verdient Unterstützung!" lobt Nutzenberger.

Vorläufig wird es bis Samstag weitere Streikaktionen geben.

Am Mittwoch, 24. Juni, kamen Beschäftigte aller sechs Streikstandorte in Bad Hersfeld zu einer großen Kundgebung zusammen. Neben ver.di-Bundesvorstandsmitglied Nutzberger sprach auch DGB-Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell zu 1.500 versammelten Beschäftigten.

Amazon-Kundinnen und -Kunden können sich solidarisieren

"Kundinnen und Kunden können sich mit diesem Kampf für einen Tarifvertrag solidarisieren, indem sie Amazon anschreiben und dem Unternehmen klarmachen, dass sie faire Arbeitsbedingungen von ihm erwarten“, fährt Nutzenberger fort.

Beispielsweise stellt ver.di im Internet Retourenaufkleber zum Ausdrucken bereit, die Kundinnen und Kunden beim Zurücksenden von Ware benutzen können.

Auf der Petitionsplattform change.org können sie außerdem eine Petition für faire Arbeitsbedingungen bei Amazon unterschreiben.

Tarifverhandlungen im gesamten Handel

Die Streiks bei Amazon sind eingebettet in die aktuellen, regional geführten Entgelt-Tarifverhandlungen für den Handel. Diese finden seit dem 1. April statt.

So wie bei Amazon kämpfen auch Beschäftigte aus anderen Unternehmen, die Tarifflucht begehen, dass ihr Unternehmen endlich in die Tarifbindung eintritt.

„Diese Beispiele zeigen, dass es den Beschäftigten endgültig reicht, dass ihre Einkommensbedingungen in den Augen der Handelsunternehmen nur als Wettbewerbsfaktoren verstanden werden. Armut und Altersarmut der Beschäftigten darf nicht länger das Ergebnis dieses Verdrängungswettbewerbs sein", kritisiert Nutzenberger.

"Hier ist auch der Arbeitgeberverband des Einzelhandels gefordert. Er soll endlich seine Blockadehaltung aufgeben und mit ver.di die Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge vereinbaren!“

Die aktuellen ver.di-Pressemitteilungen zu den neuen Streiks bei Amazon gibt es hier nochmal kompakt als PDF: