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Weihnachtsstreiks beim Online-Kaufhaus!

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Weihnachtsstreiks beim Online-Kaufhaus!

Erfolgreicher Streikauftakt in der Weihnachtswoche!
Amazon Paket Streik Jeramey Lende, Shutterstock.com Bei Amazon droht durch Weihnachtsstreiks der nächste Lieferstau.

Die Beschäftigten des weltweit größten Online-Kaufhauses Amazon waren am 21. Dezember 2016 an den Standorten Rheinberg und Werne (beide NRW) sowie Graben (Bayern) erneut zum Streik aufgerufen. Hinzu kamen am 23. Dezember die Standorte Leipzig (Sachsen) sowie Bad Hersfeld (Hessen). Damit befinden sich an sechs Standorten Beschäftigte im Ausstand. (Quelle: Pressemitteilung der ver.di vom 21. und 23.12.2016)

Die Arbeitsniederlegungen hatten am Morgen begonnen und dauern vorläufig bis einschließlich 24. Dezember an. Das gilt auch für Koblenz, wo die Beschäftigten bereits seit dem 19. Dezember im Ausstand sind. Bei Amazon existiert bislang kein Tarifvertrag.

"Die Beschäftigten fordern ein Ende der Unternehmenswillkür. Amazon muss seine Blockadehaltung aufgeben und einen Tarifvertrag abschließen, um gute Arbeitsbedingungen verbindlich zu garantieren", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

"Dass bei Amazon über die Höhe der Löhne hinaus einiges im Argen liegt, zeigen unter anderem die exorbitant hohen Krankenquoten von 15 Prozent und mehr. Permanente Kontrollen, Arbeitshetze und körperlich belastende Tätigkeiten führen zu einer Extrembelastung für die Beschäftigten, das zeigt sich noch einmal besonders im Weihnachtsgeschäft."

Amazons Behauptung, die Streiks hätten keine Auswirkung, gehört klar ins Reich der Legenden. Der Streik ist teuer für das Unternehmen!

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di

Aufgrund der Arbeitsniederlegungen kommt es in den Versandzentren zu deutlichen Engpässen und zu hohen Kosten für Amazon. In Werne etwa stauten sich bei einem der letzten Streiks über Stunden kilometerlang Lastwagen, die nicht be- oder entladen werden konnten.

Aufgrund der flexiblen und damit für Amazon nicht kalkulierbaren Streikplanung hält das Unternehmen zudem Beschäftigte vor, die nicht zum Einsatz kommen, wenn doch kein Streik stattfindet. Allein in Leipzig liefen so für den Monat November 2016 rund 7.000 sogenannte unproduktive Stunden auf.

Positive Bilanz zum Streikauftakt

In der jetzigen Weihnachtsstreikwoche bei Amazon zieht ver.di eine positive Bilanz des ersten Streiktages: "Am heutigen Streik haben sich rund 1.200 Beschäftigte beteiligt. Das ist ein Erfolg und ein mutiges Zeichen der Beschäftigten. Die Arbeitsniederlegungen zeigen deutliche Auswirkungen, sie treiben die Kosten für Amazon in die Höhe und werden in dieser Woche fortgeführt", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Gestreikt wird in den Amazon-Versandzentren Rheinberg und Werne (beide NRW), Graben (Bayern) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz). Die Arbeitsniederlegungen dauern vorläufig bis zum 24. Dezember einschließlich an. Bei Amazon existiert bislang kein Tarifvertrag.

Die beiden Pressemitteilungen mit weiteren redaktionellen Hinweisen stehen auch auf der ver.di-Hauptseite zur Verfügung: