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Ein guter Arbeitgeber sieht anders aus!

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Amazon erhält den Big Brother Award 2015

Der US-amerikanische Versandhändler Amazon erhielt am Freitag, 17. April 2015, in Bielefeld den Big Brother Award 2015 als größte Datenkrake in der Kategorie Arbeitswelt. Ausgezeichnet wurden die Versandstandorte in Bad Hersfeld und Koblenz, weil die dortigen Amazon GmbHs von ihren Beschäftigten verlangen, den gesetzlich verbrieften Schutz privatester Daten – insbesondere im sensiblen Gesundheitsbereich – am Werkstor abzugeben.

ver.di fordert Datenschutz für Arbeitnehmer Foto: Stefan Zimmer / www.z-wie-zimmer.de Datenschutz, aber richtig!

„Wir wissen, dass diese Praxis nicht nur in Bad Hersfeld und Koblenz vorkommt. Uns liegen entsprechende Arbeitsverträge auch für die Standorte Rheinberg und Leipzig vor und aufgrund der zentralisierten Unternehmensführung von Amazon gehen wir davon aus, dass das Vorgehen an allen Versandstandorten gängige Praxis ist“, sagte Stefan Najda, bei ver.di für den Online- und Versandhandel zuständig.

In ihren Arbeitsverträgen müssen die Beschäftigten einwilligen, dass selbst sensible Gesundheitsdaten an eine zentrale Datenbank in die USA übermittelt, dort verarbeitet und genutzt werden können.

Außerdem sollen die Beschäftigten sich dazu bereit erklären, jederzeit von einem Arzt, den Amazon bestimmt, untersucht werden zu können und den Arzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden.

„Das ist eine dreiste Unverschämtheit und ein erneutes Beispiel dafür, wie Amazon die Rechte seiner Beschäftigten mit Füßen tritt! Amazon missachtet grundlegende Daten- und Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und die zuständigen Datenschutzbehörden sind aufgefordert, umgehend zu handeln“, so Najda.

Amazon beanstandet in sogenannten Inaktivitätsprotokollen selbst kleinste Arbeitsunterbrechungen von nur einer Minute!

Stefan Najda, Bundesfachgruppensekretär der ver.di für Versand- und Onlinehandel

Er verwies darauf, dass es nicht der einzige Fall ist, in dem Amazon so vorgehe.

„Das Unternehmen überwacht die einzelnen Arbeitsschritte seiner Beschäftigten akribisch. Anders ist es nicht zu erklären, dass in sogenannten Inaktivitätsprotokollen selbst kleinste Arbeitsunterbrechungen von nur einer Minute beanstandet werden. Das ist kein Einzelfall. Kontrolle, Überwachung und permanenter Leistungsdruck sind bei Amazon Teil des Systems. Dies zeigt erneut, dass die Beschäftigten bei Amazon endlich gute und verlässliche Arbeitsbedingungen brauchen, die ihnen in einem Tarifvertrag garantiert werden“, fährt Najda fort.

Der Big Brother Award wird jedes Jahr vom Verein Digitalcourage (vormals FoeBuD e.V.) verliehen, dieser setzt sich seit 1987 für Grundrechte und Datenschutz ein.

Die Preisverleihung aller Big Brother Awards fand am 17. April 2015 im Rahmen einer Gala in der Hechelei in Bielefeld statt. Weitere Informationen unter www.bigbrotherawards.de und www.digitalcourage.de.