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Bundesweite Streiks bei Amazon

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Bundesweite Streiks bei Amazon

Amazon Streik Bad Hersfeld (21. und 22.09.2016) Fototeam ver.di Hessen, Andreas Gangl Amazon Streik Bad Hersfeld (21. und 22.09.2016)

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht eine positive Bilanz der heutigen Streiks bei Amazon. An den Arbeitsniederlegungen in Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld, Leipzig, Koblenz und Elmshorn beteiligten sich insgesamt rund 1.700 Beschäftigte. An den einzelnen Standorten war damit zwischen einem Viertel und einem knappen Drittel der aktuellen Belegschaft einer Schicht im Ausstand. Es kam zu deutlichen Auswirkungen auf den Betriebsablauf.

Die Beschäftigten des US-Versandhändlers Amazon waren am heutigen Mittwoch (28. September 2016) in den Streik getreten, um ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag Nachdruck zu verleihen. Arbeitskämpfe finden in den Versandzentren Rheinberg und Werne (beides NRW), Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn (Schleswig-Holstein) statt. Die Streiks haben mit der Frühschicht begonnen, dauern bis zum Ende der Spätschicht an und fallen auf einen Tag, der hohes Auftragsvolumen verzeichnet.

"Die Beschäftigten verlangen, dass Amazon seine Blockadehaltung gegenüber Tarifverhandlungen aufgibt. Sie treten für ihr legitimes
Recht auf einen Tarifvertrag ein, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und verbindlich zu gestalten. Amazons Geschäftsmodell geht zulasten der Beschäftigten und der Allgemeinheit, die erwartet, dass sich Arbeitgeber in Deutschland an Tarifverträge und damit gute Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne halten", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Amazon behauptet immer wieder, die Streiks zeigten keine Wirkung und verweist dafür auf die Gesamtzahl der Beschäftigten, die für das Unternehmen arbeiten. Das allerdings spiegelt die Realität an den Standorten nicht annähernd wider: Da im Schichtmodell gearbeitet wird, die Krankenquoten hoch sind (teilweise über 20 Prozent) und ein Teil der Belegschaft durch Urlaub abwesend ist, ist ein wesentlich kleinerer Teil der Beschäftigten täglich für Amazon im Einsatz. Die Streiks, bei denen teilweise ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit niederlegt, verursachen deswegen deutliche Lieferprobleme. Zudem muss Amazon immer mehr Geld in die Hand nehmen, um sich auf die flexibler gestalteten und kurzfristiger angesetzten Streiks einzustellen.

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