Jugend im Handel

Start des Ausbildungsjahres im Handel

Jugend

Start des Ausbildungsjahres im Handel

Tipps und Infos von ver.di für Azubis

Sehr viele junge Menschen starten im August/September ihren beruflichen Weg im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel, wo es insgesamt rund 180.000 Auszubildende gibt. Mitglieder von Betriebsräten und JAVen sowie alle aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind stark gefragt - denn die Neuen brauchen Orientierung und Hilfe im betrieblichen Alltag, der für sie noch fremd ist.

Das neue Ausbildungsjahr beginnt. In vielen Betrieben kommen daher in den nächsten Tagen und Wochen ver.di-Infos zum Thema Ausbildung von A bis Z sowie kleine Begrüßungsmaterialien zum Einsatz. Ganz sicher gehört dazu auch der Hinweis, dass es als Mitglied einer solidarischen Selbsthilfeorganisation wie der Gewerkschaft ver.di leichter fällt, bestimmte Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten anzugehen. Gerade auch, wenn es bei der Ausbildungsqualität hapert und es immer wieder Vorgesetzte gibt, die in Azubis vorwiegend billige Arbeitskräfte sehen.

Franziska Foullong, zuständig für die ver.di-Jugend im Handel, zählt Vorteile einer ver.di-Mitgliedschaft für die Berufsstarter_innen auf: "Anspruch auf tarifliche Leistungen wie z. B. den 36-Tage-Urlaub, Rechtsbeistand in brenzligen Situationen, jede Menge Bildungsangebote und sehr viele Möglichkeiten, sich einzubringen – zum Beispiel bei kreativen Aktionen für bessere Ausbildung, unbefristete Übernahmen in Vollzeit oder aktuell bei den Streiks."

Alle Azubis, die Mitglied in ver.di sind, erhalten darüber hinaus auf Antrag den Internationalen Studierendenausweis (ISIC). Er gilt in 118 Ländern und bringt viele materielle Vorteile in den Bereichen Kultur & Unterhaltung, Transport & Übernachtung, Sport & Einkaufen sowie Essen & Trinken.

Ausbildung verbessern
Der Handel ist insgesamt eine der größten Ausbildungsbranchen. Allerdings bereitet es zunehmend Probleme, Nachwuchs zu finden. Zum Beispiel sind in diesem Jahr sowohl die angebotenen Ausbildungsstellen als auch die Zahl der Bewerberbungen rückläufig. Probleme sieht der Handelsverband HDE vor allem in Ostdeutschland und in westlichen Ballungsgebieten wie München, Frankfurt oder Düsseldorf.

"Junge Menschen brauchen nach der Ausbildung eine Perspektive", so Franziska Foullong. Aber es hat sich herumgesprochen, dass die Ausbildungs- und Übernahmepraxis vieler Unternehmen sehr fragwürdig ist. So brüstet sich der Handelsverband in einer Imagebroschüre damit, dass etwa 63 Prozent der erfolgreichen Azubis übernommen worden sind. Wie viele davon befristet und/oder in Teilzeit angestellt wurden, lässt diese Zahl im Dunkeln.

Klar ist dagegen, dass immerhin 37 Prozent der erfolgreichen Azubis keine Perspektive in ihrem Ausbildungsbetrieb bekommen haben. Hinsichtlich der Übernahmen und bei der Ausbildungsqualität sieht ver.di einen dringenden Bedarf für Veränderungen.

 

(Originaltext von Andreas Hamann)