Tarifpolitik

DHV ist tarifunfähig!

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DHV ist tarifunfähig!

AG Hamburg fällt Entscheidung über christliche Gewerkschaft DHV

Das Hamburger Arbeitsgericht hat die christliche Gewerkschaft DHV für tarifunfähig erklärt. (Quelle: Weser Kurier vom 20.06.2015, Text: Markus Lorenz)

Gerichtshammer mit Paragrafenzeichen Foto: Thorben Wengert / pixelio.de Das Gericht hat entschieden

Die dafür erforderliche „Durchsetzungskraft“ sei angesichts eines sehr geringen Organisationsgrads von weniger als 0,1 Prozent unter den Beschäftigten nicht festgestellt worden, so die Urteilsbe-gründung.

Die DHV sei damit nicht mehr zu Tarifabschlüssen berechtigt. Allerdings hat sie Beschwerde gegen das Urteil angekündigt, das damit einstweilen nicht rechtskräftig wird. Geschlossene Tarifverträge gelten fort.

Die DHV–Berufsgewerkschaft e.V. vertritt etwa bundesweit 75.000 Mitglieder und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie sieht sich in der Tradition der christlichen Angestelltengewerkschaftsbewegung.

Als eigenständige Tarifvertragspartei ist sie vor allem im Handel, bei Banken, Versicherungen und gesetzlichen Sozialversicherungen aktiv.

Klage der DGB-Gewerkschaften

Unter anderem IG Metall, Verdi und NGG hatten vor dem Arbeitsgericht geklagt, um der vermeintlichen Dumping-Gewerkschaft die Tariffähigkeit absprechen zu lassen.

Auslöser war ein Tarifvertrag mit einem Stundenlohn von sechs Euro, den die christliche Gewerkschaft 2011 für Regalauffüller abgeschlossen hatte.

Die DGB-Gewerkschaften zogen dagegen vor Gericht. Begründung: Die DHV biete nur eine Teildienstleistung in der eigentlichen Branche Einzelhandel an und dürfe damit keine Branchentarifverträge schließen.

Die Hamburger Arbeitsrichter sind dieser Auffassung nun gefolgt.

Den vollständigen Artikel zum Thema gibt es online vom Weser Kurier.