Tarifpolitik

Tarifverträge, die für alle gelten!

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Tarifverträge, die für alle gelten!

ver.di startet Kampagne zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen im Handel
Tarifvertrag Handel Einzelhandel Einkaufswagen Lohn Geld Joachim Wendler, Shutterstock.com Einer für alle: Wir brauchen branchenweite Tarifverträge im Handel!

Unter dem Motto "Einer für alle" startet ver.di heute eine bundesweite Kampagne zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. (Quelle: Pressemitteilung der ver.di vom 09. März 2017)

"Wir wollen damit erreichen, dass die Tarifverträge in der Handelsbranche nicht nur für tarifgebundene Unternehmen, sondern branchenweit für alle Beschäftigten gelten. Tarifflucht darf sich nicht länger auszahlen", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, zuständig für den Handel, heute in Düsseldorf.

Hintergrund der Kampagne ist die starke Tarifflucht der Unternehmen im Einzel- und Versandhandel, aber auch im Groß- und Außenhandel in den letzten Jahren. Nur noch etwa 30 Prozent der Branche sind tariflich gebunden. "Dadurch sind zigtausende von prekären und unterbezahlten Arbeitsverhältnissen entstanden", so Nutzenberger.

Wir fordern, dass der Unterbietungswettbewerb über Dumpinglöhne im Handel endlich aufhört!

Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der ver.di

Lohn und Gehalt der Beschäftigten der Branche reichen oft vorne und hinten nicht aus, weil die Bezahlung vor allem in den vielen tariflich ungebundenen Betrieben bis an die Armutsgrenze gerückt ist", stellt Nutzenberger klar.

"Um Tarifflucht und Lohndumping zu bekämpfen, fordern wir die Arbeitgeber, aber auch die Politik auf, endlich wieder allgemeinverbindliche Tarifverträge möglich zu machen", so Nutzenberger.

"Kein Arbeitgeber darf sich mehr zu Lasten der Allgemeinheit, tarifgebundener Unternehmen und insbesondere auf den Rücken der Beschäftigten aus der Verantwortung stehlen. Tarifflucht darf sich nicht auszahlen!"

Der Einzelhandel mit seinen drei Millionen Beschäftigten ist eine Frauenbranche. Diese Branche ist geprägt von vielen Teilzeit- und Minijobs, was sich dramatisch auf die Renten der Beschäftigten auswirkt. Die Tarifflucht der Handelsunternehmen erhöht und verschärft das Risiko der Altersarmut der Beschäftigten zusätzlich.

Laut dem Tarifvertragsgesetz können Tarifverträge durch die Länderarbeitsministerien bzw. das Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt werden, und zwar auf Antrag der Tarifparteien. Dann gilt ein Tarifvertrag für die gesamte Branche, unabhängig davon, ob ein Unternehmen tarifgebunden ist oder nicht.

Mehr Material in Text, Bild und Ton zur Kampagne findet ihr auf unserer AVE-Brennpunktseite!