Ladenschluss

Ungarn will Ladenschluss kippen

Ladenschluss

Ungarn will Ladenschluss kippen

Zeigt eure Solidarität mit den Beschäftigten des Einzelhandels in Ungarn!

Kollegin Aliz Kiss-Rigó hat uns darüber informiert, dass in Ungarn das Parlament beschlossen hat, mit einem Federstrich die Sonntagsruhe mit Schließung der Einzelhandelsgeschäfte abzuschaffen.

Ruhegebot an Sonntagen! Illustration: Allianz für den freien Sonntag Ruhegebot an Sonntagen!

Das Parlament begründet dies damit, es würde keine gesellschaftliche Unterstützung dafür geben und schiebt dabei den Gewerkschaften und den Kirchen den „Schwarzen Peter“ zu, sie hätten nicht genug dafür geworben.

Damit hatte das ungarische Ladenschlussgesetz nur kurze Zeit bestand. Und es gab dazu weder einen Dialog mit den Gewerkschaften noch mit Arbeitgebern.

Unsere Kolleginnen und Kollegen bei ver.di aus dem Fachbereich Einzelhandel in Deutschland verurteilen dieses Vorgehen und die Entscheidung aufs Schärfste und versichern ihre Solidarität!

Wir kennen das Vorgehen der Politik in dieser Angelegenheit nur zu gut und haben uns in der Vergangenheit oft über die Ignoranz der handelnden Personen geärgert, die keine Ahnung davon haben, wie der Einzelhandel funktioniert. Sie nehmen nicht wahr, dass eine menschliche Gesellschaft mindestens einen gemeinsamen freien Tag in der Woche braucht, damit sich die arbeitenden Menschen erholen und sich um ihre Familien kümmern können.

Auch die Beschäftigten im Einzelhandel haben ein Recht darauf, sich in Gewerkschaften und politischen Parteien zu organisieren und dort mitzuarbeiten. Kultur- oder Sportveranstaltungen finden oft an Sonntagen statt, da wollen sie teilhaben.

Ehrenamtliches Engagement im Gemeinwesen wird unter den neuen Bedingungen in Ungarn für Einzelhandelsbeschäftigte unmöglich gemacht, das ist ein Skandal!

Jede und jeder, der sich mit der wirtschaftlichen Situation des Einzelhandels auseinandersetzt, weiß, dass verlängerte Öffnungszeiten allein keinem Unternehmen Vorteile bringen, weil sich der Umsatz nur auf mehr Tage verteilt.

Nur die großen Unternehmen – oft multinationale Unternehmen – die sich die zusätzlichen Kostenbelastungen der erweiterten Öffnungszeiten leisten können, partizipieren und verdrängen noch mehr kleine und mittlere Unternehmen vom Markt.

In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht auf Klage von Kirchen und ver.di den Schutz des Sonntags bekräftigt.

Damit sind wir in der Lage, hier einen Schutzwall gegen die „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ zu errichten. Unsere Zusammenarbeit ist nicht nur in dieser Frage sinnvoll, wichtig und richtig!

In UNI werden wir weiterhin gegen die Sonntagsarbeit kämpfen und die ungarischen Kolleginnen und Kollgen nach Kräften unterstützen!