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Textilien made in Hell?

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Textilien made in Hell?

Fachbereich Handel startet Straßentheateraktion in Magdeburg

Niedrigste Löhne, schwerste Arbeitsbedingungen, unzureichende Sicherheits- und Gesundheitsschutz-bedingungen – die Liste der alltäglichen menschen-unwürdigen Arbeitsbedingungen in den globalen Ketten der Textilproduktion ist lang.

Der Fachbereich Handel in ver.di beim Straßentheater in Magdeburg Foto: Stefan Zimmer / www.z-wie-zimmer.de Der Fachbereich Handel in ver.di beim Straßentheater in Magdeburg

Immer wieder sterben Hunderte von Menschen, die billige Kleidung für große deutsche oder europäische Unternehmen und den hiesigen Markt produzieren, so etwa beim Fabrikeinsturz des Rana Plaza-Gebäudes 2013 in Bangladesch oder beim Brand der Textilfabrik Ali Enterprises 2012 in Karatschi.


Die Opfer und Hinterbliebenen warten danach meist jahrelang oder auch völlig vergeblich auf eine angemessene Entschädigung, während die Textilunternehmen immense Gewinne einfahren.

Um die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilproduktion kritisch zu beleuchten, führten ehrenamtliche Delegierte von ver.di am heutigen 21. April 2015 in Magdeburg ein Straßentheater auf. Das Stück lief im Rahmen der ver.di-Bundesfachbereichskonferenz Handel, die vom 20. bis zum 22. April in Magdeburg stattfindet.

Wir brauchen endlich sanktionierbare Verpflichtungen über die gesamte Lieferkette der globalen Textilindustrie hinweg!

Ulrich Dalibor, ver.di-Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel

Vor Ort war auch die pakistanische Gewerkschafterin Zehra Khan. Sie ist Generalsekretärin der Home Based Women Workers Federation, die mehr als 4.000 Heimarbeiterinnen in Karatschi und Lahore vertritt, und sie streitet an der Seite der Hinterbliebenen des Fabrikfeuers für angemessene Entschädigung und grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

„Wir brauchen endlich verbindliche und sanktionierbare Verpflichtungen über die gesamte Lieferkette der globalen Textilindustrie, damit sich die Arbeitsbedingungen tatsächlich verbessern und die großen Unternehmen sich nicht mehr ihrer Verantwortung entziehen können“, forderte Ulrich Dalibor, ver.di-Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel.

ver.di engagiert sich unter anderem im Bündnis „Untragbar“ gegen Ausbeutung in der Textilindustrie und unterstützt den Spendenaufruf „Wir stehen am Anfang“ von medico international.

Mehr Informationen auf der ver.di-Seite "Le­ben sind un­be­zahl­bar".

Die vollständige Pressemeldung von ver.di zum Straßentheater in Magdeburg gibt es auf der rechten Seite als PDF zum Download.